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1OOO – Km Flug vom 15.11.98 ab Bitterwasser Namibia

Nach drei ernsthaften Versuchen am 10, 12 und 13 November die 1000 km zu schaffen, startete ich mit der DG – 800 M ( HB – 2025 JV ) um 09.58 LT zu einem neuen Versuch.

Ich hatte mich für die Aufgabe Bitterwasser – Poortjie Flpl. – Tweeriver – Bergland Farmhaus entschieden, also 1001,8 km.

Nachdem ich in den vorangehenden Tagen das Gebiet zwischen SW- Knie, Mata Mata, Keetmanshoop, bis zum Gamsberg abgeflogen hatte, war ich einigermassen von der Richtigkeit dieser Aufgabe überzeugt.

Die Grosswetterlage, mit einem schwachen Tief im Raume Windhoek sowie südl. von Namibia mit einer schwachen Druckverteilung dazwischen brachte die günstigen Winde aus östl. Richtungen und die seit Beginn der Woche von Tag zu Tag angestiegenen Temperaturen versprachen gutes Streckenwetter und liessen auf frühen Thermikbeginn hoffen. Deshalb startete ich bereits um 9.58 Uhr in den wolkenlosen Himmel. 1,5 m/sec Steigen östlich der Bitterwasser-Pfanne machte mich etwas zu optimistisch, was zu 2 abgebrochenen Abflügen führte.

Um 11.20 Uhr glaubte ich eigentlich nicht mehr an einen Tausender an diesem Tag. Volkmar Gleich auch mit einer DG 800 war zu diesem Zeitpunkt in die gleiche Richtung gut vorangekommen, so flog ich erneut in Richtung 1. Wende ab. Schon vor dem Olifant-River brachte mich durchschnittliches Steigen von über 4m/sec auf 4500m jetzt musste der Versuch fortgesetzt werden. Einca. 80 Km weites wolkenloses und ca. 25 bis 30 km/h Gegenwind musste im Gleitflug im Delphinstil bis ca. 20 km über den Nossob-River hinaus durchflogen werden. Dort standen jedoch erste Wolken unter denen ich in ca. 600m über Grund sofort 3m/sec, bald 5-6 m/sec auskreisen konnte. Ich war jetzt plötzlich in sehr gutem Steigen, 5000 m/QNH, etwa 120km von Bitterwasser entfernt. Jetzt begann ich zu rechnen, mit einer Durchschnittsgeschwindkeit von ca. 150 km/h auf den nächsten zwei Teilstrecken könnte der Flug doch noch zu erfüllen sein.

Volkmar, dessen Kurs zum SW-Knie etwas weiter nördlich verlief traf nur etwa 30km von mir entfernt auf stabile Luft und wendete nach Bitterwasser. Nach Poortjie, auf dem neuen Kurs nach Süden half jetzt sogar der Wind und ich erreichte das 306 km entfernte Tweeriver nach genau zwei Stunden, um 15.28 Uhr. Ich hoffte auf die gleichen guten Bedingungen auf dem dritten Schenkel (360km) nach Bergland, (ca 30 km südlich von Windhoek)

Ich wurde nicht enttäuscht, mit Steigwerten von 6 m/sec und mehr (8,1m/sec bester Schlauch) und einer Basishöhe gegen 5500m QNH konnte ich meine Geschwindkeit über Grund meist um 240 km/h in einem Höhenband von 4200-4700m halten. Vier bis fünf mal kurbelte ich in über 6m/sec bis das Steigen etwa 300m unter der Basis etwas nachliess um sofort wieder auf 170km/h indicated auf Kurs zu beschleunigen. Glücklicherweise hatte ich in der schwierigen Startphase meinen Wasserballast (ca. 70/l ) nicht abgeworfen, als ich um 17.00 Uhr Bitterwasser passierte, lagen noch 260km Strecke vor mir, ich begann ernsthaft an den Erfolg zu glauben. Die Statistikseite des Zander-Rechners zeigte 4,25 m durchschnittliches Steigen bei 25% Kurbelanteil. Bis zu den Karubeansbergen veränderten sich die guten Bedingungen kaum. Ich konnte feststellen, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem dritten Streckenabschnitt über 145km/h lag.

Im Radiokontakt mit Windhoek-Information nahm ich nun die fehlenden 50km bis zur letzten Wende sehr vorsichtig in Angriff. Von Windhoek Richtung Südwesten hatte sich ein Band von Ueberentwicklungen, Abschattung mit Schauern entwickelt. Glücklicherweise für meinen letzten Wendeort Bergland noch ohne allzugrossen Einfluss. 2m/sec über der Wende um 17.58 Uhr brachte mich nochmals auf 5000m. Das bedeutete, die letzten 130km müssten im Gleitflug zu schaffen sein. Um das Risiko eines zu knappen Endanfluges auszuschliessen, kurbelte ich noch einige schwächerwerdende Aufwinde aus. 1000m über Bitterwasser war mein Tausender um 18.58 Uhr mit einer Gesamtdurchschnittsgeschwindkeit von 132km/h abgeschlossen.

Ich danke allen Freunden in Bitterwasser für die mir zu Teil gekommene Unterstützung, sowie Jürg von Voornfeld, dessen DG-800 in Top-Zustand ich zur Verfügung hatte.

Bitterwasser Namibia, 16. November, Bruno Jori